
Neues Zuhause für die Sperbergrasmücke in Wilmersdorf
Maßgeschneiderter Lebensraum entlang der alten Bahnstrecke
Gute Nachrichten für den Artenschutz: Entlang der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Wilmersdorf und Peitz ist zum Ende des Jahres 2025 ein neuer, speziell gestalteter Lebensraum für die stark gefährdete Sperbergrasmücke entstanden. Die Maßnahme ist Teil der Kompensationsmaßnahme 015_FCS und zeigt eindrucksvoll, wie gezielt geplante Kompensationsmaßnahmen bedrohten Arten neue Perspektiven bieten können.
Auslöser war eine Baumaßnahme im Projekt Neues Werk Cottbus, bei der ein bestehendes Habitat der Sperbergrasmücke verloren ging. Um diesen Eingriff fachlich korrekt auszugleichen, wurde ein neues, hochwertiges Ersatzhabitat geschaffen, angepasst an die besonderen Ansprüche dieser seltenen Heckenbrüterart. Gemeinsam mit der Landschafts- und Gartenbau Stackelitz GmbH entstand auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern eine ökologisch wertvolle Struktur aus Hecken und Gehölzgruppen. Ziel war es, nicht nur der Sperbergrasmücke, sondern auch anderen Heckenbrütern und Insekten einen optimalen Lebensraum zu bieten.
Das zugrunde liegende Konzept orientiert sich an einer sogenannten Halboffenlandstruktur – einer abwechslungsreichen Mischung aus dichten Gehölzen, offenen Bereichen und Einzelbäumen.
Im Zentrum der Anlage befindet sich ein dichter Kern aus über 100 dornigen Sträuchern, darunter Schlehe und Weißdorn. Diese bieten der Sperbergrasmücke geschützte Nistplätze, die vor Fressfeinden kaum erreichbar sind. Ein lockerer Gehölzmantel aus verschiedenen heimischen Nahrungsgehölzen sorgt für ein vielfältiges Angebot an Insekten und Beeren – eine entscheidende Grundlage für erfolgreiche Brut und Aufzucht.
Gezielt platzierte Solitärbäume und dienen als Sitz- und Singwarten. Von hier aus können die Vögel ihr Revier abgrenzen, Partner anlocken und die Umgebung im Blick behalten. Was heute als junge Pflanzung beginnt, wird sich dank konsequenter Pflege zu einem robusten Biotop entwickeln: Die Sträucher wachsen zu einem dichten Schutzraum zusammen und bilden ein lebendiges Mosaik aus heimischen Gehölzen für die Artenvielfalt vor Ort
Die Arbeiten wurden im November 2025 abgeschlossen und erfolgreich abgenommen. Um die jungen Gehölze vor Schäden durch Wildverbiss zu schützen, wurden zusätzlich Verbissschutzzäune errichtet – eine wichtige Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung des neuen Habitats.
Die Sperbergrasmücke ist eine seltene, streng geschützte Singvogelart, die strukturreiche Hecken mit dichten Sträuchern, offenen Flächen und einzelnen Bäumen benötigt. Durch den Verlust solcher Lebensräume gilt sie in Deutschland als stark gefährdet.


