Mehr Schutz, weniger Lärm

14.08.2026

Die neue Lärmschutzwand am Neuen Werk Cottbus

Am Gelände des Neuen Werkes Cottbus ist eine 273 Meter lange Lärmschutzwand entstanden. Sie verläuft von der Baustelleneinfahrt an der Friedrich-Hebbel-Straße bis zum Sprinklergebäude und bildet eine Abgrenzung zwischen dem Betriebsgelände und den angrenzenden Grundstücken. Damit entsteht rund 900 Meter nördlich der bereits errichteten Lärmschutzwand an der neuen Abstellanlage eine weitere bauliche Maßnahme zum Schutz des angrenzenden Wohnbereichs.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Bau der neuen Lärmschutzwand begannen bereits im Frühjahr. Die Pfeiler tragen später die rund fünf Meter hohe Wand. Für ihre Gründung wurden die einzelnen Betonpfeiler mithilfe einer Ramme in den Boden eingebracht.

Bau der Lärmschutzwand

Anschließend wurden die Wandelemente eingesetzt.

Lärmschutzwand Nord

Die Lärmschutzwand erfüllt dabei zwei Funktionen: Sie soll den Anwohnenden als Sichtschutz dienen und zugleich die künftigen Betriebsgeräusche des Werkes reduzieren.

Bei der Auswahl der Materialien wurde Wert auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Produkte gelegt. Als Partner wurde dafür die Firma Leube ausgewählt, die ein nachhaltiges Lärmschutzsystem verwendet. Herzstück des Systems ist ein sogenannter Holzbeton-Absorber. Ein Absorber ist ein Bauteil, das Schall aufnimmt und dadurch dessen Reflexion verringert. Bei dem eingesetzten System dienen Holzspäne als Ausgangsmaterial.

Die offenporige Oberfläche und die wellenartige Form des Holzbetons unterstützen die Schallabsorption. Entscheidend dafür sind unter anderem die Oberfläche und die Masse des Materials. Anders als harte, geschlossene Oberflächen wird der Schall dabei nicht in gleicher Weise reflektiert.

Für die Herstellung des Holzbetons werden Holzspäne mit Mineralstoffen, Zement und Wasser ummantelt. Dadurch entsteht ein mineralisierter Holzbeton, der witterungs- und brandbeständig ist. Produktionsreste, beispielsweise Fräsabfälle beim Kalibrieren, werden wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Während des Herstellungsprozesses wird mehr CO₂ aus der Umwelt entzogen als freigesetzt.

Ergänzend zur Lärmschutzwand ist im Herbst 2027 die Begrünung der Flächen zwischen der Lärmschutzwand und den angrenzenden Grundstücken vorgesehen. Dafür wurde durch das Projektteam ein entsprechendes Pflanzkonzept und mit den Anwohnenden abgestimmt erstellt.

Entlang der Grundstücksgrenze ist eine Baumreihe mit heimischen Laubbäumen geplant. Vorgesehen sind beispielsweise Eichen und Ahorn mit einem Pflanzabstand von etwa acht Metern. Ergänzt wird die Baumreihe durch verschiedene Sträucher. Dazu gehören Schlehe, Haselnuss, Weißdorn, Kornelkirsche, Hartriegel, Hundsrose und Schneeball.

Für den Bereich der Böschung an der Lärmschutzwand ist derzeit der Bodendecker Wald-Storchschnabel vorgesehen.

Damit umfasst die Maßnahme neben der eigentlichen Lärmschutzwand auch die spätere Gestaltung der angrenzenden Flächen. Die Kombination aus Lärmschutz, Sichtschutz und Begrünung soll die Grenze zwischen dem Betriebsgelände des Neuen Werkes und den angrenzenden Grundstücken künftig baulich und landschaftlich gestalten.