3 Fragen an...

19.12.2025

Instandhaltungsleiter ICE Johannes Eymael

Die Instandhaltung der ICE-4-Flotte in der Halle 2 läuft weiterhin auf Hochtouren. 24 ICE-4-Züge sind im Jahr 2025 für ihren großen Check nach Cottbus gekommen. Als Fertigungsleiter sorgt Johannes Eymael gemeinsam mit seinem Team dafür, dass die Züge zuverlässig fit gemacht werden und den Reisenden schnell wieder zur Verfügung stehen. Eymael ist seit März 2025 an Bord. Zuvor hat er bereits einige Stationen bei der DB absolviert, immer mit engem Bezug zum ICE 4 wie zuletzt als Referent Fertigungsbegleiter beim DB Fernverkehr. In Cottbus hat der gebürtige Niederrheiner nun ein zweites Zuhause gefunden.  

Du bist seit März 2025 Leiter der ICE-4-Instandhaltung in der Halle 2. Was hat dich an dem Job besonders gereizt? 

Mich hat vor allem die Chance begeistert, Verantwortung zu übernehmen und die schwere Instandhaltung des ICE 4 aktiv mitzugestalten. Cottbus ist ein spannender Bahnstandort, an dem sehr viel in Bewegung ist. Das neue Werk treibt die Zukunft der schweren Instandhaltung entscheidend voran. In den vergangenen 23 Jahren bei der Deutschen Bahn habe ich oft gesagt: So ein Instandhaltungswerk müsste man einmal von Grund auf neu planen, also alle Prozesse sowie die Infrastruktur ganz neu denken und taktgenau aufeinander aufbauen. Genau das ist in Cottbus passiert. Ein Teil davon zu sein, ist einfach stark. 

Was ist deine Aufgabe als Fertigungsleiter und wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus? 

Als Fertigungsleiter bin dafür verantwortlich, dass die Instandhaltung der ICE-4-Flotte in der Halle 2 reibungslos läuft, heißt: von der Planung über die Durchführung bis hin zu der Qualitätssicherung und der Arbeitssicherheit. Ein typischer Tag startet mit einem Rundgang durch die Halle 2. Ich stimme mich mit dem Produktionsteuerer und den Meistern ab und werfe einen Blick auf den aktuellen Stand der Arbeiten, um mögliche Engpässe zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Danach stehen meist Besprechungen, Planungsrunden oder Abstimmungen mit den anderen Bereichen an. Zwischendurch geht es für mich immer wieder raus in die Halle, also dahin, wo die Fahrzeuge stehen und die Mitarbeitenden direkt am Zug arbeiten. 

Was waren deine bisher größten Herausforderungen im neuen Job? 

Die bisher größte Herausforderung besteht darin, Strukturen und Abläufe in einem sich entwickelnden und wachsenden Umfeld zu etablieren und in den Regelbetrieb zu kommen, ohne dabei die notwendige Flexibilität zu verlieren. So übernehmen wir in der Halle 2 neben der Instandhaltungsstufe IS600 ja auch bereits die umfangreiche IS700, die ursprünglich erst für die Halle 1 geplant war. Wir sind ein junges, dynamisches Team, das durch Auszubildende und Umschülern ergänzt wird, die ihre Praxisphase bei uns absolvieren. Wichtig ist mir, dass jede und jeder im Team weiß, wohin wir wollen und warum. Offene Kommunikation und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind mit daher echt wichtig. 

Wir haben zwar das Format “3 Fragen an...”, haben aber doch noch eine letzte Frage an dich: Was macht Dir im Arbeitsalltag am meisten Spaß? 

Ganz klar: die Arbeit mit den Menschen und die Arbeit an den Zügen. Ich brauche den direkten Kontakt zum Team und zu den Fahrzeugen, deshalb bin ich am liebsten in der Halle 2 unterwegs. Am Schreibtisch vermisse ich schnell den Sound der Werkstatt. Es ist immer wieder ein gutes Gefühl, wenn ein ICE nach seiner Revision pünktlich auf die Strecke zurückkehrt. Mein Team leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine hohe Verfügbarkeit der ICE-4-Flotte. Darauf können wir echt stolz sein. Für mich persönlich ist es zudem immer wieder ein echtes Highlight, mit den von uns instandgesetzten Zügen zurück in meine Heimat am Niederrhein zu reisen. Was ich in Cottbus zudem besonders schätze, ist die Offenheit der Leute und der direkte Draht, das ist ehrlich und bodenständig. An Cottbus gefällt mir übrigens auch die Altstadt besonders gut, sie erinnert mich an meine Heimatstadt Kempen am linken Niederrhein. 

3 Fragen an Johannes Eymael